Der „tiefe Staat“ sinkt immer tiefer

von Alfred Dagenbach

Da stimmt doch garnichts mehr:  Was die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney vor mehr als zwei Jahren als den „tiefen Staat“ bezeichnete, scheint sich mehr und mehr zu bewahrheiten. Sie bezog sich dabei auf die Rolle deutscher Behörden im Komplex um den sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund „NSU“ und verglich das Treiben der Geheimdienste wie das eines Staates im Staate, der sich alles erlauben kann.

Auch die jüngsten Erkenntnisse in Sachen ► Attentat auf das Oktoberfest
vom 26. Septembers 1980 passen dazu ins Bild.
Tatsächlich sinkt mit der Zunahme der ans Licht geratenen Ungereimtheiten dieser „tiefe Staat“ immer tiefer. Was nun jüngst im baden-württembergischen Untersuchunghsausschuß im Zusammenhang mit dem angeblichen Selbstmord des Aussteigers Florian Heilig von dessen Familie vorgetragen wurde, ist offensichtlich eine neue Spitze des Eisbergs, dessen größte Masse sich im realen Umfeld bekanntlich unter der Oberfläche befindet.
Mit jedem Tag, an dem der zunächst mit allen Mitteln zu verhindern versuchte Stuttgarter Untersuchungsausschuß tagt, stellen sich neue Ungeheuerlichkeiten heraus, die für die politisch gelenkten Sicherheitsbehörden im Ländle unangenehmer werden und geradezu
neue Fragen erzwingen:
Hatte sich nicht schon Beate Zschäpe aus Angst um ihr Leben selbst gestellt?
Schweigt sie vor Gericht aus Angst vor einem „Selbstmord“? Wie kann es neuerdings sein, daß die Polizei im ausgebrannten Wagen weder den Zündschlüssel  (der auch im Auto der Heilbronner Anschlagsopfer Kiesewetter und Arnold zuerst nicht gefunden wurde) fand und Florian Heisigs Handy, Laptop, Pistole und Machete übersehen hat? Äußerst schnell wollte man das Fahrzeug „von Amts wegen“ verschrotten lassen.
Doch welches Rad wird jetzt gedreht?

Hatte es einen Grund, daß bei der Gedenkfeier am Tatort der
baden-württembergische Innenminister Gall im Gegensatz zum Heilbronner Oberbürgermeister eine äußerst zurückhaltende Rede hielt? Eine Vorverurteilung kam ihm nicht über die Lippen.
Es könnte inzwischen sogar Sinn geben, weshalb auf jene, die die Ermittlungs“ergebnisse“ kritisch hinterfragt und vielen Darstellungen deutlich widersprochen haben, kaum Reaktionen erfolgt sind – weil sie möglicherweise näher an der Wahrheit sind, als die politisch nützlichen Präsentationen staatlicher Stellen.
Gut, daß es nicht nur die politisch motivierten Hilfswilligen in den
Redaktionsstuben der „Qualitätspresse“ gibt, sondern auch
sachverständige Zeitgenossen, die sich die sonst medial –  weil opportunen – so wohlgeschätzten „Whistleblower“ zum Vorbild genommen haben.
Man darf sich noch auf Einiges gefaßt machen.

Advertisements

Kommentare mit [verlinkter] Werbung werden als Spam unterbunden. Das Einkopieren fremder Texte und Verlinkungen ist untersagt.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s